Private Krankenversicherung: In die gesetzliche Krankenversicherung wechseln

Aufgrund steigender Beiträge im Alter in der privaten Krankenversicherung verzeichnen die gesetzlichen Krankenkassen jährlich neue Mitglieder. Es wandern zwar ebenso Mitglieder zu den privaten Krankenkassen, doch offenbar wird ein Wechsel von der privaten Krankenversicherung in die gesetzliche Krankenversicherung ebenfalls reizvoll für viele Versicherte.

Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung nur unter bestimmten Voraussetzungen

In späteren Lebensjahren, wenn sich Krankheiten und Arztbesuche häufen, sind Privatpatienten daran interessiert, wieder in die günstige gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln. Hier steigen die Beiträge nicht jährlich und sind auch nicht abhängig vom Gesundheitszustand und vom Alter. Das weiß der Gesetzgeber und hat einen Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung grundsätzlich untersagt.

Gänzlich versperrt ist Wechselwilligen der Weg in die gesetzliche Krankenversicherung nicht, doch gelten bestimmte Voraussetzungen:

Sie müssen wenigstens ein Jahr lang unter die Einkommensgrenze von 52.200 Euro brutto im Jahr fallen. Außerdem dürfen Sie das 55. Lebensjahr nicht überschritten haben. Bedenken sollten Sie, dass bei einem Wechsel Ihre gesamten Altersrückstellungen aus der privaten Krankenversicherung verloren gehen.

Wenn Sie älter sind als 55 Jahre, können Sie nicht mehr in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Dann bleibt Ihnen nur der Standardtarif (Mitglied vor dem 1.9.2009) oder der Basistarif (Mitglied nach dem 1.9.2009) der privaten Krankenversicherung, die den Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übersteigen dürfen.

Wie Sie in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln

Möchten Sie von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln, haben Sie mehrere Möglichkeiten:

Sie können weniger arbeiten, um weniger Einkommen zu erzielen. Als Selbständiger oder Freiberufler können Sie versuchen, als Angestellter zu arbeiten. Allerdings dürfen Sie dann die Einkommensgrenze nicht überschreiten. Wenn Sie arbeitslos werden, können Sie, sofern Sie unter 55 Jahre alt sind, wieder in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln oder werden vielmehr über das Arbeitsamt in der gesetzlichen Krankenkasse versichert.

Sind Sie über 55 Jahre, bleibt Ihnen noch der Weg in die Familienversicherung über Ihren Ehepartner. Allerdings nur dann, wenn Sie unter 375 Euro im Monat zum Leben haben und keine gesetzliche Rente beziehen.

Bedenken Sie: Haben Sie einmal einen Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht gestellt, weil Sie in jungen Jahren auch bei geringem Einkommen in der privaten Krankenversicherung bleiben wollten, bleibt Ihnen ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung verwehrt.

Weshalb sich ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung lohnt

Wer in die gesetzliche Krankenversicherung wechselt, muss im Alter nicht mit jährlich steigenden Beiträgen rechnen, die bei einem Tarif mit Zusatzleistungen sehr hoch sein können. Sie können Ihren Leistungskatalog kürzen, dann zahlen Sie jedoch für Leistungen selbst, auch für solche, die in der gesetzlichen Krankenversicherung zum Leistungsumfang gehören. Wenn Sie in späteren Lebensjahren häufiger zum Arzt müssen oder chronisch erkrankt sind, kommt die gesetzliche Krankenversicherung für die Kosten auf.

Die private Krankenkasse übernimmt Ihre Behandlungskosten nur bei einem teuren Tarif. Als Rentner kann die private Krankenversicherung für Sie teurer werden, wenn Ihr Einkommen geringer wird, die Beiträge aber steigen.